Gehirnerkrankungen auf der Spur

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Der Fonds BRAIN DISEASES wurde im Jahr 2005 ins Leben gerufen, um die nicht-klinische Grundlagenforschung an der Universität Zürich auf dem Gebiet der Gehirnerkrankungen wie Alzheimer, Parkinson-Syndrom, Gehirnkrebs, Epilepsie und depressive Störungen zu unterstützen. Ende 2018 wurde der Fonds von der Stiftung Empiris an die UZH Foundation übertragen, die seither die Geschäfte des Fonds führt.

Ziele und Zweck
Die Mittel des Fonds BRAIN DISEASES setzt die UZH Foundation für jährliche Anerkennungspreise junger WissenschaftlerInnen in Form des UZH-Award for Research in Brain Diseases ein, der im 2006 erstmalig vergeben worden ist. Jährlich werden 10‘000 bis 20'000 Franken für besonders bemerkenswerte Forschungsleistungen während des Doktorats-Studiums auf dem Gebiet der Gehirnerkrankungen vergeben.

Förderbeirat
Für die Vergabe der Mittel ist ein Förderbeirat zuständig. Dieser setzt sich zusammen aus Prof. Dr. Amedeo Caflisch (Direktor des Biochemischen Instituts, UZH), Prof. Dr. Ben Schuler (Direktor des Biochemischen Instituts, UZH) und dem Rektor der UZH Prof. Dr. Michael Schaepman, der auch die UZH Foundation vertritt.

Frauen in der Wissenschaft
Mit Blick auf die bereits vergebenen Mittel, kann eine erfreuliche Besonderheit festgestellt werden: 14 von den bisher 21 für ihre bahnbrechenden Ergebnisse ausgezeichneten Preisträger waren Doktorandinnen. Die Gehirnforschung hat somit nicht nur grosses Innovationspotenzial, sondern gleichzeitig einen gesellschaftlichen Bezug und zeichnet sich in der aktuellen Diskussion um Chancengleichheit als Vorreiter ab.

Hier finden Sie die Liste der Preisträger

Preisträgerin 2020: Claire Gizowski
Der suprachiasmatische Nucleus (SCN) ist die zirkadiane Hauptuhr des Körpers und bietet vorausschauende homöostatische Vorteile, wie z.B. die Bekämpfung der nächtlichen Adipsie durch die Förderung der Ausschüttung von antidiuretischen Hormonen und die Senkung der Körpertemperatur, um den Wasserverlust während des Schlafs zu verringern. Die Aufrechterhaltung eines optimalen Flüssigkeitshaushaltes ist für die Aufrechterhaltung des Lebens unerlässlich, und solche Rhythmen sind unverzichtbar, um lebensbedrohlichen Störungen vorzubeugen. Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie Veränderungen in der elektrischen Aktivität von Uhrenneuronen zentrale Rhythmen vermitteln oder wie ihre Aktivität durch unvorhergesehene Veränderungen in der Physiologie eines Organismus verändert werden kann. Während meiner Doktorarbeit untersuchte ich, wie (i) die Uhr die Wasseraufnahme vor dem Schlaf regulieren kann und (ii) wie eine akute Salzbelastung die Uhrzeit und ihre Ausgangsnetzwerke verändern kann.

Hier finden Sie Visualisierungen ihrer Forschungsrarbeit:
Visualisierung 1 / Visualisierung 2 / Visualisierung 3
Claire Gizowski web

Claire Gizowski forscht an der University of California San Francisco, USA.




Preisträgerin 2020:
Dr. Sofie Ährlund-Richter
Kognition ist ein oft verwendeter Begriff für den mentalen Prozess, sich Wissen über die Welt anzueignen und es zu nutzen. Der Teil des Gehirns, der als präfrontaler Kortex (PFK) bezeichnet wird, gilt als unentbehrlich für kognitive Funktionen. Kognitive Probleme, wie z.B. Schwierigkeiten mit dem Arbeitsgedächtnis oder der Konzentration, sind häufige Symptome vieler psychiatrischer Störungen und werden auf ein Ungleichgewicht der Aktivität des PFK zurückgeführt. Während ihrer Doktorarbeit wandte Dr. Sofie Ährlund-Richter mehrere neurowissenschaftliche Techniken an, um die Konnektivität und Aktivitätsmuster diskreter neuronaler Typen innerhalb der PFK umfassend zu untersuchen, um die neuronale Basis der Kognition weiter zu entschlüsseln.

Hier finden Sie eine
Visualisierung
ihrer Forschungsarbeit.
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Dr. Sofie Ährlund-Richter hat ihre Erkenntnisse im Laboratorium von Marie Carlén am Karolinska Institutet, Schweden, erarbeitet.

 

Preisträger 2020: Xuyu Qian
Aus menschlichen Stammzellen gewonnene 3D-Gewebekulturen, sogenannte Hirnorganoide, die dem embryonalen menschlichen Gehirn ähneln, bieten eine neue Plattform zur Modellierung von Gehirnentwicklung und -störungen. Hohe Kosten, Variabilität und Heterogenität haben die breite Anwendung bisheriger hirnorganoider Methoden eingeschränkt. In meiner Dissertation konzentriere ich mich auf die Weiterentwicklung der Technologie zur reproduzierbareren Erzeugung von Organoiden, die die Prozesse der Neuroentwicklung auf molekularer, zellulärer, struktureller und funktioneller Ebene besser darstellen. Anhand der Hirnorganoide untersuchte ich die zugrunde liegenden Mechanismen von Entwicklungsstörungen, einschließlich der durch das Zika-Virus induzierten Hirnmissbildung und Schizophrenie.

Hier finden Sie eine Visualisierung seiner Forschungsarbeit.
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Xuyu Qian von der Harvard University, USA.

 

Ihre Teilnahme am UZH-Award for Research in Brain Diseases
Forschen Sie im Bereich von Gehirnerkrankungen und haben Sie sich zum Ziel gesetzt, herausragende wissenschaftliche Resultate zu erarbeiten? Bewerben Sie sich für den UZH-Award for Research in Brain Diseases: Diese Auszeichnung wird Ihren Forschungsvorhaben weiteren Auftrieb geben.

UZH-Award for Research in Brain Diseases: Teilnahmebedingungen (in Englisch)

 

Ihr Engagement
Wollen Sie im Bereich der Gehirnforschung weitere spannende und wichtige Forschungsarbeiten ermöglichen? Mit einer Spende können Sie ein Zeichen setzen und sich für junge Forschende engagieren, damit auf dem Gebiet der Gehirnerkrankungen weitere Fortschritte entstehen und die Erkenntnisse daraus nutzbar gemacht werden.

 

Ihr Kontakt

rahel r2

Tonja Küng
Executive Assistant

Telefon: +41 44 634 61 91
tonja.kueng@uzhfoundation.ch

Ihr Kontakt für
"UZH-Award
in Brain Diseases"

Amedeo Caflisch

Prof. Dr. Amedeo Caflisch
Direktor des Biochemischen Instituts UZH

Telefon: +41 44 635 55 21
caflisch@bioc.uzh.ch



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