Schon immer ist Monika Schleiss entschlossen ihre eigenen Wege gegangen – im Beruf wie im Leben. Gesundheitliche Einschnitte führten sie schliesslich zu einem neuen Herzensanliegen: der Gendermedizin. Mit einem Legat möchte sie dazu beitragen, dass die Medizin die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern besser versteht und sichtbar macht.
Der Tag von Monika Schleiss beginnt stets mit demselben Ritual: einem Tee, einem Ei und dem Austausch mit ihrem Partner. Vielleicht ist es genau diese Klarheit, die sie schon früh dazu brachte, eigene Wege zu gehen. Nach der Hotelfachschule Lausanne und ihrem Studium an der Universität St. Gallen betrat sie die noch junge Welt des strategischen Tourismusmanagements – als eine der ersten Frauen, die in diesem Bereich lehrten und führten. Widerstand gehörte damals zum Alltag. «Ich musste manchmal schneller und lauter sein, um gehört zu werden», erinnert sie sich. Doch statt sich entmutigen zu lassen, gründete sie ihre eigene Beratungsfirma und schuf sich damit den nötigen Raum, um Ideen selbstbestimmt weiterzuentwickeln. Schon da zeigte sich eine Haltung, die sie bis heute begleitet: Dinge selbst in die Hand zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen.
Vom persönlichen Erlebnis zum Herzensprojekt
Ein gesundheitlicher Einschnitt brachte die Gendermedizin in ihr Leben. Eine geschädigte Speiseröhre und ein Hüftbruch stellten sie vor Herausforderungen, die ihr erstmals deutlich machten, wie wenig in der Medizin zwischen Frauen und Männern unterschieden wird. «Warum bekomme ich als Frau die gleiche Medikation wie ein zwei Meter grosser Mann?», fragte sie sich. Eine Frage, die sie nicht mehr loslassen und zum Ausgangspunkt eines intensiven Lernprozesses werden sollte. Sie begann zu recherchieren, nachzuforschen, mit Fachpersonen zu sprechen. Über ihren Hausarzt und weitere Ärztinnen und Ärzte gelangte sie zur Universität Zürich (UZH) und zur UZH Foundation. «Ich war dankbar, jemanden zu haben, der mir mögliche Wege aufzeigt, mir zuhört und Zusammenhänge erklärt.» Sie beschloss, ihr Testament neu zu ordnen und ein Legat zugunsten der Gendermedizin einzurichten. «Es war mir wichtig zu wissen, wohin mein Geld fliesst und dass es wirklich etwas bewirken kann.» Ein Schritt, der ihr Anliegen über das eigene Leben hinaus weiterträgt.
«Es war mir wichtig zu wissen, wohin mein Geld fliesst und dass es wirklich etwas bewirken kann. Damit die Forschung weiter vorankommt.»
Zeit, etwas zurückzugeben
Ihr Engagement gilt sowohl der Forschung als auch der Sensibilisierung. «Es geht ums Sichtbarmachen», sagt sie. Gendermedizin bedeute nicht Gegeneinander, Trennung oder Nachteile, sondern ein besseres Verständnis, von dem Frauen ebenso wie Männer profitieren. Für Monika Schleiss ist klar, dass geschlechtsspezifische Unterschiede stärker berücksichtigt werden müssen – im Alltag, in der Ausbildung und in der Forschung. Denn nur wenn Unterschiede erkannt werden, können Therapien wirklich für alle Menschen wirksam sein. Auch wenn sie ihre Rolle nicht als die einer Mentorin versteht, hat sie eine klare Botschaft für alle, die etwas bewegen möchten: «Macht es einfach. Seid proaktiv. Jeder Schritt zählt.» Diese Haltung prägt auch ihr eigenes Handeln: «Ich habe trotz Hürden ein glückliches Leben geführt», sagt sie. «Jetzt ist es Zeit, etwas zurückzugeben.» Mit ihrem Legat zugunsten der Gendermedizin möchte sie einen Beitrag leisten, der langfristig wirkt – auch wenn sie die Veränderungen nicht mehr selbst erleben wird. «Wenn ich einen kleinen Teil dazu bei tragen kann, dass sich etwas bewegt, habe ich mein Ziel erreicht.»
Spuren hinterlassen mit einem Legat
Möchten Sie die UZH in Ihrem Nachlass berücksichtigen? Entdecken Sie Ihr persönliches Herzensprojekt und unterstützen Sie dieses mit einem Legat
Catja Frommen zeigt Ihnen gerne per E-Mail, Telefon oder in einem persönlichen Gespräch unverbindlich die möglichen Unterstützungsformen auf.



